Wie war das? Wenn man etwas 2 Mal macht, wirds schon zur Tradition? Nun, dann haben wir mit dem diesjährigen Silvesterskifahren eine neue Tradition begründet
Man nehme ein paar nette Leute, belagere das Wohnzimmer eines Bekannten in der Schweiz und geniesse Schnee, Käsefondue und Wein. Ganz einfach.

Zunächst haben wir uns 2 Tage im Skigebiet Lenzerheide vergnügt. Ein schönes Skigebiet, insbesondere die östliche Talseite, unter Rothorn und Schwarzhorn, hats mir angetan. Aber auch die andere Talseite bietet einiges.

Die Abfahrt vom Schwarzhorn hat mit schon letztes Jahr, als ich gerade erst ganz frisch Skifahren konnte, besonders gut gefallen. Dieses Jahr war die Sicht teilweise etwas schlechter. Aber dafür boten die Hänge neben der Piste viel Spass.

Weitere 2 Tage brachten wir am Flumserberg zu. Das war die Entdeckung des Urlaubs. Hir gibts tatsächlich für jeden was. Lange, breite, wenig steile Pisten für Anfänger und Genießer, aber auch viele unpräparierte Hänge für Offpiste-Fans. Alles direkt beieinander. Und der Sessellift zum Leist (2222m) bedient tatsächlich nur und ausschließlich einen Hang mit 2 tiefschwarzen Abfahrten sowie vielen unpräparierten Möglichkeiten. Das Bild oben zeigt die wohl steilste Stelle dieser schwarzen Pisten. Da musste ich erstmal tief schlucken, bevor ich da runter fuhr…

Dagegen waren die Offpiste-Strecken an dem Hang für mich meist weniger furchteinflößend – klar, da ist man ja auch automatisch langsamer 

Auch vom Leist, aber auf der dem „schwarzen“ Hang gegenüberliegenden Seite gabs noch ne markierte Freeride-Piste. Die war auch nicht schlecht. Die ca 2,5km Ziehweg zurück ins Skigebiet nahmen wir dafür sehr gerne in Kauf…
Der letzte Pistentag führte uns dann noch nach Davos-Klosters wo wir uns im Parsenn-Gebiet rumtrieben.

Besonders die schwarze Abfahrt „Gipfel-Nord“ bot einige Traumhafte Fotomotive… Auch die weitere Abfahrt über den „Kreuzweg“ nach Schifer war herrlich und die lange Seilbahnfahrt wert. Und dass sich die schwarze „Buckelpiste“ vom Meierhofertäli nach Wolfgang runter dann doch ziemlich buckelfrei gab, kam mir auch sehr entgegen

Die Krönung des Davos-Tages war jedoch die Abfahrt vom Weißfluh-Gipfelaufbau nach Süden, Auf dem Bild die vom Gipfel nach links ziehenden Rinnen, ins Hauptertäli. Schade dass diese Abfahrt einige hundert Höhenmeter zu kurz war
Unser letzter Skitag sollte aber noch eine Skitour werden. Dummerweise hatten wir alle keine Lawinensicherheitsausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde) und so einfach ließ sich sowas auch nicht ausleihen… Immerhin gab uns ein Bergsporthändler einen Tip für eine kleine Skitour, die er für 100%ig sicher halte. Etwas Recherchearbeit bestätigte diese Einschätzung, so dass wir uns aufmachten, den langgestreckten Hang von Grabs zum Chapf (2053m) unter die Skier zu nehmen.

Der lange, schneeweiße Rücken stellt letztlich die Route der Skitour dar. Dazu mussten wir einige hm den Rücken hinauffahren, unten lag zuwenig Schnee.

Der Aufstieg war mit seinen ca. 1200hm länger als der Hang aussah und bot eine herrliche Ausicht über das Rheintal und die umliegenden Berge.

Je höher wir jedoch kamen, desto mehr graue Wolken bekamen wir zu sehen und desto häufiger trafen uns kräftige Böen, der Föhnsturm der letzten Tage sollte in der Höhe noch anhalten. Knapp unter dem freigeblasenen Gipfel machten wir bei kräftigem Wind, aber recht angenehmen Temperaturen rast und verstauten die Steigfelle im Rucksack.
Die Abfahrt war dann aber alles andere als schön… Oben hatten wir mit üblen Windgangeln zu kämpfen, dann mit Bruchharsch. Alles was wir auf und um die Piste ganz gut konnten war wie weggeblasen und wir fuhren äußerst verkrampft. Weiter unten dann war der Schnee schon soweit getaut, dass wir fast bei jedem Schwung Grasbüschel und Maulwurfshügel touchierten, immerhin waren nur sehr selten Steine dabei. Die letzten Meter fuhren wir schließlich fast schon auf Gras ab, nur mehr wenige cm sehr nassen Schnees waren übrig geblieben.
Dennoch war die Skitour alles in allem ein schöner Abschluss der Skiwoche – denn um Skitouren zu machen, hatte ich ja überhaupt das Skifahren angefangen!
Ich hatte einen schönen Start ins neue Jahr – auch wenn ich am 01.01.2008 schon um 0:05 in den Schlafsack kroch…
Ich hoffe ihr hattet auch alle nen guten Start ins neue Jahr!